1999
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Zeitungskästen der drei Kölner Gratisblätter

Zeitungskästen der drei Kölner Gratisblätter
Quelle: dpa

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Zeitungskrieg!

Ein Norweger bringen Unruhe in die Kölner Zeitungslandschaft: Am 14.12.1999 erscheint erstmals "20 Minuten Köln", eine neue Tageszeitung vom norwegischen Schibstedt-Medienkonzern. Das besondere daran? Das Blatt ist umsonst!

Bis zu diesem Tag herrscht Ruhe am Kölner Zeitungsmarkt. Der Verlag bulletDuMont Schauberg kontrolliert als lokaler Pressemonopolist mit seinen Blättern "Kölner Stadtanzeiger", bullet"Express" und "Kölnische Rundschau" den Anzeigen- und Zeitungsmarkt, die unvermeidliche Kölner Ausgabe der BILD-Zeitung aus dem "Axel Springer Verlag" wird großzügig geduldet.

Das Erscheinen von "20 Minuten Köln" bringt beide Verlage in Rage: DuMont Schauberg scheut keine Personal- und Druckkosten und kreiert umgehend den ebenfalls kostenlosen "Kölner Morgen". Der Springer-Verlag verteilt "Köln Extra" für lau. Vorsichtshalber wird der norwegische Konkurrent auch noch verklagt - von DuMont.

Die Gratiszeitungen prägen ab sofort die Kölner Nahverkehrslandschaft: Die Boxen mit den drei konkurrierenden Gratis-Gazetten finden sich an den wichtigsten Haltestellen und U-Bahnhöfen. Die Blätter sind schnell gelesen und ebenso schnell weggeworfen.

Nach eineinhalb Jahren juristischen Geplänkels ist der Spuk aber schon wieder vorbei: Am 11. Juli 2001 wirft "20 Minuten Köln" das Handtuch - offiziell aus "unternehmenspolitischen Gründen". Der "Express" denkt sich ein besonders schönes Abschiedsgeschenk aus: Er "klaut" ein "20 Minuten"-Interview mit Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma und druckt es ohne Quellenangabe nach.

Da die beiden anderen Gratisblätter nur wegen "20 Minuten" auf den Markt gekommen waren, ist es nur logisch, dass sie wenige Tage später auch vom Markt verschwinden.

Wolfgang Hippe

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