1978
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Streik für die 35-Stunden-Woche

Streik für die 35-Stunden-Woche
Quelle: dpa

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Wirtschaft

Stahlkocher im Streit

Was lange währt, wird schließlich gut. Und was lange gärt? Wird schließlich Wut! Ungenügende Lohnzusagen, der bulletArbeitsplatz bedroht: Die Stahlkocher treten in den Arbeitskampf, den ersten seit über 50 Jahren.

Neben damals recht moderaten Wünschen - Lohnerhöhung um 5% und mehr Urlaubstage - ist es vor allem eine Forderung, die die Fronten verhärten lässt: Die IG Metall will die 35-Stunden-Woche, verspricht sich davon neben einer "Humanisierung" der Arbeit auch deren bessere Verteilung. Gerade in der bulletStahlkrise könnten so Entlassungen verhindert werden, letztlich sogar neue Stellen geschaffen werden.

Die Arbeitgeber lehnen kategorisch ab: Für die Betriebe bedeute das eine Kostensteigerung. Sie befürchten, dass die Einführung der Arbeitszeitverkürzung im Stahl nur der Anfang ist, andere Branchen nachziehen könnten.

Nach Streiks und Aussperrungen vermitteln schließlich besorgte Politiker, und am Ende können alle ihr Gesicht wahren: Es gibt 4% Lohnerhöhung und offiziell bleibt es bei der 40-Stunden-Woche, durch bezahlte Freischichten ist diese Grenze aber de facto durchbrochen.

Dirk Bitzer

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