1977
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Von der RAF gefangen: Hanns-Martin Schleyer

Von der RAF gefangen: Hanns-Martin Schleyer
Quelle: dpa

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Politik

Arbeitgeberpräsident entführt

Die "Rote Armee Fraktion" entführt in Köln am 5.9.1977 Arbeitgeber-Präsident Hanns-Martin Schleyer. Sie will Schleyer gegen inhaftierte Genossen austauschen. Wochenlange Fahndung, Polizeikontrollen mit vorgehaltener MP landauf, landab ...

Kaufhäuser: Symbole der Warengesellschaft, Horte des Überflusses. Ein brennendes Kaufhaus: In den Augen der RAF-Gründer ein Symbol, ein Fanal gegen den Konsumzwang des Kapitalismus. Die Flammen als eine Kampfansage an den US-Imperialismus, der Nordvietnam mit Brandbomben überzieht.

Die "Rote Armee Fraktion" ruft zum bewaffneten Widerstand auf. Ihre Gründer kommen aus dem Umfeld der bulletStudentenbewegung , wollen das politische System in Deutschland gewaltsam verändern, Repräsentanten des "repressiven kapitalistischen Staates" durch Attentate vernichten.

Der eigentliche Kampf der ersten Generation um Andreas Baader und Ulrike Meinhof dauert nur ein paar Wochen, 1972 sind sie gefasst. Die zweite Generation der RAF forciert die Attentate und versucht, ihre inhaftierten Ikonen im bullet"Heißen Herbst" zu befreien, scheitert aber.

Die RAF findet kaum Unterstützung in der Bevölkerung, ihr Kampf für eine in ihren Augen freiere Welt bewirkt letztlich das Gegenteil: Eine Einschränkung der Bürgerrechte, um Terror frühzeitig abwenden zu können.

Eine dritte Generation scheitert in den achtziger Jahren endgültig, stellt Mitte der Neunziger den Kampf offiziell ein. Dreißig Menschen hat er das Leben gekostet.

Dirk Bitzer

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