1949
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Stahlarbeiter am Ofen

Stahlarbeiter am Ofen
Quelle: dpa

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Wirtschaft

"Waffenschmiede" Ruhrgebiet

Nach zwei Weltkriegen gegen Deutschland wollen die Alliierten die "Waffenschmiede" Ruhrgebiet zerschlagen, doch andererseits sind Deutschland und andere Länder auf Stahl und Kohle angewiesen. Seit dem 28.4.1949 regelt die Ruhrbehörde die Förderung und Verteilung, unter alliiertem Vorsitz.

Während der Weltkriege wurden im Ruhrgebiet Kanonen und andere Waffen hergestellt. Das bulletRuhrgebiet ist aber auch das "wirtschaftliche Herz Europas". Gerade Frankreich ist auf deutsche Kohle angewiesen, gerade Frankreich beharrt aber auf einer strengen Kontrolle des Ruhrgebiets, nachdem es zweimal von Deutschland überfallen wurde. Engländer, Amerikaner und die Benelux-Staaten sind großzügiger.

Schließlich setzt Frankreich sich durch. Die wichtigste Aufgabe der Internationalen Ruhrbehörde ist die Verteilung von Kohle und Stahl. Die festgelegten Förderquoten sind streng ausbalanciert - zwischen dem deutschen Verbrauch auf der einen und dem ausländischen Bedarf auf der anderen Seite.

Daneben hat die Ruhrbehörde quasi die Oberaufsicht über die deutsche Wirtschaft, ist in ihrer Existenz nicht an das Ende der Besatzungszeit gebunden.

Im Rat, ihrem zentralen Organ, haben die Deutschen zwar ein Stimmrecht, doch das nehmen zunächst noch die Alliierten wahr. Erst mit dem bulletPetersberger Abkommen am 22.11.1949 werden auch deutsche Vertreter entsandt.

Die Aufhebung der Beschränkungen durch die Ruhrbehörde ist eines der wichtigsten Anliegen der deutschen Politik. Mit der Gründung der bulletMontanunion ist dieses Ziel 1951 erreicht.

Walter Kamps

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