1996
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Wirtschaft

"Das Glück der Erde..."

Millionen Mädchen erblassen vor Neid: Mit Susanne Rimken wird erstmals eine Frau Leiterin des Nordrhein-Westfälischen Landgestütes Warendorf.

Über 150 Hengste, alles ausgezeichnete Reit- oder Springpferde, sind ihre wichtigsten Angestellten. Und alle genau wie Susanne Rimken im Staatsdienst: Das Gestüt Warendorf gehört dem Land NRW, wird mit Mitteln des Umweltministeriums unterhalten.

Nicht etwa, weil Politiker hier üben sollen, sich fest im Sattel zu halten: Es geht um Traditionspflege. Das edle Ross - eigentlich das Arbeitspferd! - ist das Wappentier Westfalens, und speziell die Warendorfer Hengste sind weltberühmt.

Seit unter preußischer Besatzung hier die ersten Zuchterfolge gefeiert wurden, sind deren Nachkommen heiß begehrt. Um 1000 Mark kostet der Samen eines Hengstes, aber Gewinn wirft das Gut dennoch nicht ab: Zuschüsse von über zwei Millionen Mark sind jährlich im Landeshaushalt vorgesehen.

Dafür locken Hengstschauen und Wettbewerbe des Landgutes jedes mal zehntausende von Besuchern, die in der strukturschwachen Region ihr Geld in den örtlichen Restaurants, Hotels und Geschäften lassen. Und dank des Gestütes ist Warendorf sogar zur Pferdehauptstadt Deutschlands geworden: Auch die Reiterliche Vereinigung Deutschlands (FN), und das Olympische Komitee für Reitsport, sind hierher gezogen.

Die erste Leiterin des Gestütes steht übrigens in erfolgreicher Tradition: In ganz Deutschland wurde Warendorf bekannt, als von hier aus bulletHalla, die Wunderstute, zweimal Gold bei den Olympischen Spielen 1956 holte. Für die ganz großen Erfolge sind in Warendorf offenbar doch die Frauen zuständig!

Dirk Bitzer

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