1998
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Preisträger

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Quelle: LZpB NRW

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Staatspreis NRW

Reinhard Mohn

Staatspreisträger des Landes Nordrhein-Westfalen 1998.

Reinhard Mohn (geb. 1921) macht aus dem mittelständischen, nur regional bedeutsamen Druck- und Verlagshaus Bertelsmann eine der weltweit größten Mediengruppen.

Sein Ziel dabei war nicht nur der unternehmerische Erfolg: er leistet auch in der Art der Unternehmensführung und im sozialen Bereich Exemplarisches und macht dabei die notwendige Orientierung unternehmenerischen Handelns an ethischen Kriterien deutlich.

Nach Abitur, Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft tritt Reinhard Mohn 1946 in das familieneigene Druck- und Verlagshaus ein, dessen Leitung er bald darauf übernimmt. Grundlage für das unaufhaltsame Wachstum des Hauses wird der Einstieg in das "Buch-Club"-Geschäft.

Mit dem Kauf der Europäischen Bildungsgemeinschaft und von Tonträgerfirmen wie Ariola und Sonopress etabliert man sich im deutsch-sprachigen Raum, hinzu kommt der Ausbau der hauseigenen Druckbetriebe und mit der Übernahme von Gruner & Jahr der Einstieg in den Zeitschriftenmarkt.

Gleichzeitig expandiert Reinhard Mohn auf breiter Basis auch international, insbesondere in den USA. Dort stellt Bertelsmann mittlerweile den größten Verlag des Landes. Mit der Übernahme der RTL Group wird das Firmenportefeuille im Bereich Fernsehen und Radio vervollständigt.

1981 wechselt Mohn vom Vorstandsvorsitz in den Aufsichtsrat und wird dessen Vorsitzender. 1991 zieht er sich zu seinem 70. Geburtstag auch aus diesem Gremium zurück und widmet sich bis zum September 2001 ganz der Bertelsmann Stiftung.

Mohn hatte sie 1977 gegründet und ihr zwei Drittel des Familienvermögens übertragen. Sie hat bislang mit rund 350 Millionen Euro die Entwicklung von Lösungsmodellen u.a. in den Themenfeldern Bildung, Demokratie und Bürgergesellschaft, internationale Beziehungen sowie Gesundheit gefördert.

Nachfolgerin von Reinhard Mohn im Bertelsmann-Vorstand ist seine zweite Ehefrau Elisabeth (Liz) Mohn.

Wolfgang Hennes über Mohn: "Ein Erbe Reinhard Mohns ist das Mitarbeiterbeteiligungsmodell von Bertelsmann, das in Politik und Gewerkschaften zahlreiche Anhänger gefunden hat. Das von Reinhard Mohn in den Fünfziger Jahren eingesetzte Instrument der Mitarbeiterbeteiligung hatte einen praktischen Hintergrund: Mohn besaß nicht genug Eigenkapital, um das Wachstum seines Unternehmens zu finanzieren, und so stand der Firmenpatriarch ... kurz vor der Pleite."

Die vollständige Würdigung von Wolfgang Hennes ist nachzulesen im Sammelband Gerd Ruge/ Jörg Schäfer (Hg.): Lebensbilder-Landesbilder. Geschichten aus und über Nordrhein-Westfalen, Verlag Aschendorff GmbH&Co. KG , Münster 2003 S. 171 - 176.

Wolfgang Hippe

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