1996
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Hans Werner Henze

Hans Werner Henze
Quelle: dpa

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Kultur

Westfalen singen nicht ...

... ein Vorurteil, denn Hans Werner Henze hat es als geborener Westfale mit seiner Musik zu Weltruhm gebracht.

Im März erhält der Komponist, Musikdramatiker und Dirigent den "Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis" des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und wird damit für sein Schaffen auch in der Heimat geehrt.

Der 1926 in Gütersloh geborene Künstler gilt zwar als Deutschlands bekanntester und erfolgreichster lebender Komponist und hat mehr als 120 Sinfonien, Opern und Ballette geschrieben. Doch sein Werk spiegelt seine politische Haltung, häufig beschwört er die Weltrevolution als Kunstwerk.

In den sechziger Jahren unterstützt er die außerparlamentarische Opposition. Sein Oratorium "Das Floß der Medusa" widmet er Che Guevara. In der Folge wird Henze kaum noch gespielt.

Die internationale Kulturszene hat da weniger Berührungsängste: Henze arbeitet in Großbritannien mit Benjamin Britten und ruft in seiner Wahlheimat Italien das populäre Musikfest "Cantiere internazionale d´arte" ins Leben.

In Deutschland wird er erst im Laufe der neunziger Jahre wiederentdeckt ... und ausgezeichnet.

Dirk Bitzer

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