1996
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Ars Vitalis

Ars Vitalis
Quelle: Makoto Kemmisaki

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Kultur

Schuh weit, Schuh gut, Schubidu

Die "kauzigen Clowns und exzellenten Musiker" von Ars Vitalis erhalten am 25. Februar 1996 den Deutschen Kleinkunstpreis.

Leverkusen ist nicht gleichzusetzen mit Everloosen - das beweisen drei Edelnarren aus der Bayer-Stadt. Sie erringen die wichtigste deutsche Kleinkunst-Trophäe bereits Mitte der 90er-Jahre, denn - so formuliert es die Jury - Klaus D. Huber, Buddy Sacher und Peter Wilmanns von Ars Vitalis "ziehen die Grenze zwischen Musik und Theater neu und arrangieren mit zwerchfellerschütternder Komik das perfekte Chaos".

Verschroben schlurfen sie auf die Bühne, mit unbewegtem Pokerface und soviel Pomade auf dem Kopf, als kämen sie frisch aus einem Wachsfrisuren-Kabinett. Dann musizieren sie auf feierliche Weise "quer-beat" und fabulieren ernsthaft irrsinnige "syntaktische vermehlungen".

Aberwitzige Skurrilität zählt nicht gerade zu den verbreitetsten Eigenschaften deutscher Bühnenkünstler. Mit bulletHelge Schneider aus dem Ruhrgebiet, Erwin Grosche aus Ostwestfalen und natürlich den Rheinländern von Ars Vitalis bereichert aber Nordrhein-Westfalen die Schatulle der gepflegten Absurditäten gleich mit drei hochkarätigen Komödianten-Diamanten - "Schuh weit, Schuh gut, Schubidu".

Walter Muffler

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