1998
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Demonstration gegen die Castor-Transporte

Demonstration gegen die Castor-Transporte
Quelle: dpa

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Politik

Atommüll. Nein danke!

Zehntausende Atomgegner machen sich am 20.3.1998 auf nach Ahaus, um hier am "Tag X" gegen Atomenergie zu demonstrieren.

57 Castoren sind schon nach Ahaus gerollt, und diesmal? "Ahaus, wir stellen uns quer!"

Sitzblockaden sollen den Atomtransport verhindern. Ein Endlager für die bulletstrahlende Erblast gibt es nicht, der Bund richtet Zwischenlager in den Ländern ein. Besonders beliebt sind strukturschwache Grenzregionen wie Gorleben, früher an der DDR-Grenze - oder eben Ahaus: 160 Millionen Mark Strukturhilfe erhält die Stadt, als in den siebziger Jahren die Entscheidung für das Zwischenlager fällt.

Nicht jedes Bundesland hat solche Zwischenlager, manche nehmen den Müll anderer Länder auf. Der Transport nach Ahaus besteht aus bayerischen und baden-württembergischen Brennelementen. Die SPD ist gespalten. bulletWolfgang Clement nennt den Transport eine Provokation, andere erinnern sich, dass die SPD in den siebziger Jahren als Fortschrittspartei den Ausbau der Atomenergie durchaus nicht verteufelt hat.

Einen Eklat gibt es, als die grüne Landtagspräsidentin Katrin Grüber zivilen Ungehorsam und Schienenbesetzung billigt: Dürfen Repräsentanten des Staates zu Straftaten auffordern? Wie weit dürfen sie ihrem Gewissen folgen? Andere Prominente wie die bullet"Toten Hosen" haben da weniger Probleme, doch aller Widerstand nützt nichts: Der Castor kommt an!

Dirk Bitzer

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