2001
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Junge Menschen im Wallraff-Richartz-Museum

Junge Menschen im Wallraff-Richartz-Museum
Quelle: dpa

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Kultur

Ruhe für die Alten Meister

Im Neubau des Wallraff-Richartz-Museums finden endlich die berühmten Sammlungen mittelalterlicher und neuzeitlicher Bilder ein würdiges Heim.

Sie sind öfter umgezogen als so mancher Kölner selber, dafür aber auch um einiges älter: die mittelalterlichen Gemälde, die der Lehrer Franz Wallraff schon im 18. Jahrundert sammelt, obwohl man deren Wert damals noch nicht hoch schätzt. Egal: Er vermacht sie nach seinem Tod der Stadt.

Dank Zuwendungen des Kaufmannes Johann Heinrich Richartz erhalten sie 1861 ihr erstes eigenes Museum. Das Gebäude wird im Zweiten Weltkrieg zerstört, die Bilder jedoch nicht.

Es folgen wechselnde Unterbringungen. Zuletzt werden die Werke bis ins Jahr 2000 sogar zusammengepfercht mit den Pop-Art-Bildern der Sammlung Ludwig gezeigt. Unhaltbar!

Das neue Wallraff-Richartz-Museum, das schließlich am 19. Januar 2001 eröffnet wird, ist ein architektonischer Brückenschlag von der Antike bis zur Moderne: es enthält antike Bodendenkmäler wie den römischen Marstempel, hat ein gläsernes Treppenhaus, das dem historischen Verlauf der mittelalterliche Gasse "In der Höhle" folgt, und für die Moderne steht die helle Tuffstein-Fassade auf schwarzem Basalt-Sockel. Der Sockel ist außerdem mit einem Fries aus Namenszügen der ausgestellten Künstler verziert, unter anderem Stefan Lochner, Peter Paul Rubens ...

Beim Tag der offenen Tür, bei dem weit über 10.000 Besucher das noch leere Museum besichtigen, strahlen allerdings auch unbekannte Namen von der Fassade: Per Lichtprojektion werfen Kölner Künstler, denen parallel zum Museumsneubau der Verlust ihrer Ateliers droht, ihre Namen auf die Fassade, um auf das Ungleichgewicht der Kunstförderung aufmerksam zu machen.

Denn die alten Meister sind auf weit über 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche sehr großzügig untergebracht. Allerdings zeigt das Museum hier neben Kunst des Mittelalters und des Barock auch Romantik, Realismus und Expressionismus aus der Sammlung des Schweizers Corboud.

Mit dem Neubau ist das Museum auch endlich an dem Platz angekommen, den man eigentlich schon im 19. Jahrhundert dafür vorgesehen hatte.

Dirk Bitzer

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