1999
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Bildung

Challenge Schulsport

Das "Jahr des Schulsportes" startet in NRW nach den Sommerferien. Eine Herausforderung. Nicht nur für die teilnehmenden Schüler, auch für die Bildungspolitiker.

Den Startschuss gibt, ganz schülernah, der Rundfunksender "Eins Live". Schon kommen zeitgleich an den fast 7000 Schulen des Landes Schüler und Sportlehrer in Wallung: Inliner, Fußball, Gymnastik ... Am 20. August, dem "Schulsport-Challenge-Day", ist alles erlaubt, was Sport ist und Spaß macht.

Das scheint auch dringend nötig: Laut amtlichen Untersuchungen sind von den fast 800.000 Grundschülern in NRW etwa 320.000 zu dick! Auch ein Schulproblem? Denn wenn Unterricht ausfallen muss, weil zu wenig Lehrer zur Verfügung stehen, dann wird häufig beim Sport gekürzt - frei nach dem Motto "Dann gibts später wenigstens keine Bildungslücken."

Dafür aber andere Schädigungen: Körperliche Probleme, wie Haltungsschäden, hat fast die Hälfte der untersuchten Grundschüler. Dass Sport außerdem auch das Sozialverhalten der Schüler fördert, ist ohnehin bekannt. Und was die Schulen durch Unterrichtsausfall an Geld einsparen, müssen die Gemeinden später für Sozialarbeiter ausgeben, die sich dann um auffällige Jugendliche kümmern müssen - bemängeln Kritiker.

Dass NRW mit dem "Jahr des Schulsportes" richtig liegt, zeigt auch das Internationale Olympische Komitee (IOC), das sich in diesem Jahr weltweit mit dem Thema Schulsport befasst. Dank neuesten Untersuchungen weiß man inzwischen, dass die Entwicklung von Hirn und Muskeln gerade in den ersten zehn Lebensjahren stark voneinander abhängen. Wer schlaue Schüler haben will, muss also auch den Schulsport fördern.

Und das möglichst zeitgemäß: Ganz unabhängig von Unterrichtsausfällen klagen viele Schüler über langweilige Sportstunden: Trendsportarten wie Inlineskating, Klettern und Mountainbiking lassen viele Sportlehrer ziemlich schlapp aussehen …

Dirk Bitzer

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