1978
< Jahr zurück  |  Jahr vor >
Geißbock "Hennes"

Geißbock "Hennes"
Quelle: dpa

Klicken für Großansicht


Themen

Sport

Der doppelte Hennes …

… holt in diesem Jahr das Double: Der 1. FC Köln gewinnt die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal. Die Gegner stehen nicht nur auf dem Platz ...

Punktgleich, aber mit einem scheinbar sicheren Zehn-Tore-Vorsprung vor dem rheinischen Rivalen aus Mönchengladbach, fahren die Kölner zum letzten Spiel der Bundesliga nach Hamburg. Gladbach tritt gegen Dortmund an - und schießt Tore wie am Fließband, führt zur Pause bereits 6:0! Da liegt der FC erst 1:0 vorne, aber man hat verstanden, worauf es nun ankommt: Tore.

Am Ende heißt es 5:0 für den FC, der erste Bundesliga-Meister von 1964 holt erneut die Meisterschaft. Auch der 12:0-Sieg der Gladbacher über Borussia Dortmund, der Erinnerungen an den Bundesligaskandal der Saison 1970/71 und verschobene Spiele weckt, kann daran nichts mehr ändern.

Während Mönchengladbach noch trauert und Dortmund sich nach der Entlassung von Trainer Otto Rehhagel nach einem neuen Chefcoach umsieht, macht der 1.FC Köln endgültig klar, wer die Nummer Eins am Rhein ist: Im Endspiel um den DFB-Pokal besiegt man Fortuna Düsseldorf mit 2:0, ist damit nach 1968 und 1977 zum dritten Mal Pokalsieger.

Den doppelten Triumph, da ist man sich einig, verdankt man vor allem dem doppelten Hennes: 1951, als der Verein noch recht jung ist, schenkt die Direktorin eines gastierenden Zirkusses dem FC einen Geißbock. Einen blasenschwachen, offensichtlich: Jedenfalls pinkelt er Hennes Weisweiler, damals schon einmal Trainer in Köln, bei der Übergabe gründlich aufs Hemd. Trotzdem wird er "Hennes" getauft und darf eine Maskottchen-Dynastie gründen.

Zu feiern gibt es für seine Nachkommen ab 1978 jedoch nicht mehr viel: Namensgeber Weisweiler verlässt den Verein zwei Jahre später wieder, für den FC beginnt schleichend die Zeit von Erfolglosigkeit und Abstiegen in die Zweite Liga.

Dirk Bitzer

Artikel merken