2006
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Gesellschaft

"Die Welt zu Gast bei Freundinnen"

Ein Kölner Großbordell muss WM-Fahnen von Saudi-Arabien und Iran entfernen, weil sich Muslime in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen.

"Und nach dem Spiel - ab in den Puff!". So sähe man es gerne in der Kölner Sexbranche. Seit Wochen flattern am Eingang des "Paschas" die Wimpel der teilnehmenden WM-Nationen. Seitlich angeflanscht ein Riesenbanner mit einer barbusigen Schönen im Tanga - eine der vielen "Freundinnen", die die Jungs nach dem Spiel zu anderen Spielchen in das Hochhaus an der Hornstraße einladen. Das Motto der WM "Die Welt zu Gast bei Freunden" wird hier umgewandelt in "Die Welt zu Gast bei Freundinnen".

Die Nationalflagge der Saudis pappt auf dem Schenkel der Schönen. Strenggläubigen Muslimen ist das zuviel. Sie fordern die Betreiber auf, die Fahnen von Saudi-Arabien und Iran zu entfernen. Erst nach massivem Druck werden die Fahnen geschwärzt.

Die WM: ein internationaler Bordell-Großversuch? Zwischen Prostitution und Fußball sehen auch Menschenrechtler und Feministinnen eine unheilige Allianz: Durch die Fußballweltmeisterschaften steigt die Anzahl der Bordelle und der Zwangsprostituierten in Europa. Deshalb heißt ihre Forderung "Ja zum Fußball, Nein zur Zwangsprostitution!"

Ulrike Filgers

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