1968
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Jupp Elze

Jupp Elze
Quelle: dpa

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Sport

Tod durch K.O.

Der Kölner Boxer Jupp Elze stirbt als erster deutscher Sportler der Neuzeit nachweislich durch Doping.

Der 12. Juni 1968 soll für den Kölner Boxer Jupp Elze der Tag seines Lebens werden und ihn von allen finanziellen Sorgen befreien. Die letzten vier Kämpfe hat er verloren, trotzdem wird er als Herausforderer um die Europameisterschaft im Mittelgewicht anerkannt. Und er hat Heimvorteil, geboxt wird in der Kölner Messehalle.

Titelverteidiger Carlos Duran kämpft gut, doch Elze setzt alles auf eine Karte. Nach 14 der 15 Runden führt er nach Punkten.

In der letzten Runde trifft ihn Duran noch einmal hart am Hinterkopf, der Deutsche taumelt durch den Ring und sackt bewusstlos zusammen. Aus dem Koma wacht Elze nicht mehr auf, am 20. Juni stirbt er nach einer Gehirnblutung.

Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass er verschiedene Substanzen eingenommen hatte, darunter das Aufputschmittel Pervitin. Ohne Doping hätte er die schweren Treffer, allein über 150 am Kopf, kaum aushalten können.

Elze hinterlässt seiner Familie jede Menge Schulden. Besonders tragisch: Kurz vor dem EM-Kampf löste er aus finanziellen Gründen seine Lebensversicherung auf.

Wolfgang Hippe

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