1999
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Reinhard Mohn

Reinhard Mohn
Quelle: dpa

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Wirtschaft

Reformwerkstatt der Republik

Bertelsmann-Chef Reinhard Mohn gründet die Bertelsmann Verwaltungs GmbH, um Eigentumsverhältnisse und Stimmrechte im Konzern neu zu ordnen.

In der Bertelsmann Verwaltungs GmbH (BVG) führt Reinhard Mohn 75,1 Prozent der Stimmrechte der Bertelsmann AG zusammen. Damit kann die BVG allein über die Geschäftspolitik des Konzerns entscheiden und wird zu seinem eigentlichen Machtzentrum.

Innerhalb der BVG hat die Familie Mohn das Sagen. bulletLiz Mohn, die Gattin von Reinhard, wird die starke Frau von Gütersloh.

Mit der Etablierung der BVG setzt Mohn seine Politik des "Teile und herrsche" fort. In einem ersten Schritt hat er 1993 der von ihm bereits 1977 gegründeten bulletBertelsmann Stiftung 68,8 Prozent der Aktien der Bettelsmann AG übertragen, auch um Erbschaftssteuer zu sparen.

Das mit Aktien normalerweise verbundenen Stimmrecht hat er allerdings behalten. Jetzt bündelt er es in der BVG, um den Einfluss seiner Familie festzuschreiben.

Die Stiftung sieht Mohn inzwischen als sein eigentliches Lebenswerk an. Sie ist mit ihrem Aktienbesitz die reichste deutsche Stiftung und versteht sich als führende Reformwerkstatt der Republik.

Der Einfluss der von ihr betriebenen "gemeinsinnorientierten Politikberatung" reicht weit. Ob es sich um die Agenda 2010, eine neue europäische Kommunikationsordnung oder kommunale Bibliotheken handelt, stets hat die Stiftung die Konzepte mitentwickelt oder gar selbst eingebracht.

Dabei kommen auch die Interessen des Unternehmens nicht zu kurz: die leitenden Vorstände von Stiftung und Unternehmen sind häufig die gleichen Personen.

Im Jahr 2001 wird der Aktienanteil der Stiftung an der Bertelsmann AG auf 57,6 Prozent gesenkt.

Wolfgang Hippe

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