1977
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Wirtschaft

Wettbewerb und bürgerschaftliches Engagement

Reinhard Mohn gründet in Gütersloh die Bertelsmann Stiftung.

Am 14. März 1977 ist es offiziell: Reinhard Mohns Antrag auf Errichtung einer Stiftung wird genehmigt. Sie trägt den Namen "Bertelsmann Stiftung".

Der Stifter ist der Überzeugung, dass Wettbewerb und bürgerschaftliches Engagement zentrale Voraussetzungen für eine gerechte Gesellschaft sind. Deshalb soll die Stiftung innovative Projekte im Bereich von Gesellschaft, Staat und Wissenschaft unterstützen, um die Bereitschaft und die Fähigkeit zu bulletReformen voranzutreiben.

Zunächst wird die Stiftung mit 100.000 DM ausgestattet, ihr erstes Projekt ist der Bau und die Organisation einer Bibliothek in Gütersloh.

Reinhard Mohn ist der Chef der Bertelsmann AG, Deutschlands größtem Medienunternehmen. Es blickt auf eine über 170-jährige Firmengeschichte zurück und befindet sich noch immer weitgehend in Familienbesitz.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts heiratete der Großvater von Reinhard Mohn in die Gründerfamilie Bertelsmann ein. Seitdem trägt die Familie den Namen Mohn, das Unternehmen behielt den ursprünglichen Namen bei.

Das Firmenvermögen wurde wesentlich in der Zeit des Nationalsozialismus geschaffen. Von dem damit verbundenen Verlagsprogramm distanziert sich die heutige Unternehmensleitung mittlerweile und bezeichnet es als "mit den geltenden Werten des Hauses Bertelsmann gänzlich unvereinbar".

Den endgültigen Durchbruch zur Spitze schaffte Bertelsmann in den fünfziger und sechziger Jahren mit seinem "Lesering" und der Übernahme von Gruner & Jahr (Stern). Dann folgte mit dem Kauf von RTL der Einstieg ins Fernsehgeschäft.

Wolfgang Hippe

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