2001
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Preisträger

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Quelle: LZpB NRW

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Staatspreis NRW

Bernd und Hilla Becher

Staatspreisträger des Landes Nordrhein-Westfalen 2001.

Bernd und Hilla Becher (geb. 1931 bzw. 1934) arbeiten seit Ende der fünfziger Jahre an einem weltweit einmaligen fotografischen Archiv von Industriebauten.

Ihre Aufnahmen zeigen Wasser- und Fördertürme, Gasometer, Getreidesilos, Hochöfen und Fabrikhallen. Zu deren Chrakterisierung verwenden sie 1969 erstmals den Begriff der "Anonymen Skulpturen".

Nach den Anfängen rund um Siegen und im Ruhrgebiet dokumentieren sie Gebäude auch in Westeuropa, Großbritannien, den USA und Osteuropa.

Bernd Becher und Hilla Wobeser begannen ihre Zusammenarbeit 1959 noch an der Kunstakademie in Düsseldorf. Er hatte nach einer Lehre als Dekorationsmaler ein Kunststudium in Stuttgart angefangen und war dann nach Düsseldorf gewechselt, sie war als gelernte Photographin aus Potsdam in die Photoabteilung der Akademie gekommen. 1961 heirateten sie.

Mit ihren Fotos verfolgen die Bechers keine subjektive Konzeption von Wirklichkeit, sondern wollen die Motive weitgehend objektiviert und sachlich wiedergeben.

Ihre erste Ausstellung findet 1972 in der New Yorker Galerie von Ileana Sonnabend statt. In der Folge werden sie mehrfach auf die documenta eingeladen und erhalten zahlreiche internationale Ehrungen.

Die konzeptionelle Arbeitsmethode des Ehepaar wirkt - auch durch die Lehrtätigkeit Bernd Bechers an der Düsseldorfer Kunstakademie (1976-1996) - stil- und schulbildend für spätere Fotografengenerationen.

Susanne Lange über die Arbeit der Bechers: "Fern von Pathos oder pittoresker Industrieromantik zeigen die Fotografien .... Industrieanlagen noch in ihrem funktionsfähigen Zustand, so dass sie auch als Dokumente einer bestimmten industriellen und technischen Entwicklungsepoche lesbar werden. Als "exakte fotografische Aufzeichnungen von Tatbeständen" brachen sie mit dem landläufigen Bild von Industriefotografie und erforderten eine neue Form der Wahrnehmungsschulung."

Die vollständige Würdigung von Susanne Lange ist nachzulesen im Sammelband Gerd Ruge/ Jörg Schäfer (Hg.): Lebensbilder-Landesbilder. Geschichten aus und über Nordrhein-Westfalen, Verlag Aschendorff GmbH&Co. KG , Münster 2003 SS. 214 - 221.

Wolfgang Hippe

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