2001
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Roberto Ciulli

Roberto Ciulli
Quelle: Roberto Ciulli

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Themen

Kultur

"Dialog der Kulturen" ist die Botschaft ...

... und nicht Kampf! Nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center sind die Gastspiele iranischer Theaterensembles in Mülheim ein Drahtseilakt.

Sie spielen in Kopftüchern, auch auf der Bühne ist den Darstellerinnen jeglicher Körperkontakt mit Männern streng untersagt. Der Modernität und Aktualität ihrer Stücke tut das keinen Abbruch. In der "Namenlosen Maria" geht es um eine im Jugoslawien-Krieg traumatisierte Frau. Die Herrschaft der Weißen über die Schwarzen ist Thema des Stücks "Neger".

Zum vierten Mal gastieren iranische Theater in NRW, doch der Terroranschlag auf das New Yorker World Trade Center am 11. September hat das Theaterfestival gründlich verändert. Die Bedeutung des kulturellen Dialogs ist allen deutlich, die Vorstellungen sind ausverkauft.

Daheim erleben die iranischen Bühnen vor allem bei Zuschauern unter 30 Jahren einen Boom, was auch mit den Stücken zu tun hat. Das deutsche Publikum ist überrascht, wie kompromisslos sie sich gegen Gewalt wenden und mit welcher Kreativität Autoren und Regisseure die Zensur zu umgehen versuchen.

Roberto Ciulli bemühte sich drei Jahre lang um einen Austausch mit Künstlern aus dem streng islamischen Iran, bevor er 1999 die ersten iranischen Ensembles in Mülheim begrüßen konnte. Im Gegenzug durfte sein Theater an der Ruhr als erste westliche Bühne im Iran auftreten.

Dirk Bitzer

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