2001
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Gesellschaft

Werdohl ratlos

Der Stadtrat beschränkt den Zuzug von Ausländern. In Werdohl hat jeder fünfte Einwohner keinen deutschen Pass.

Werdohl ist die Gemeinde mit der höchsten Ausländerquote in NRW: Über 4700 der 21.000 Einwohner haben keinen deutschen Pass, Menschen aus über 50 Nationen leben hier. Viele sind in den sechziger Jahren gekommen, als die Metallbetriebe wie Thyssen-Krupp nicht genügend deutsche Arbeiter fanden. Sie sind geblieben und haben Familien gegründet.

Inzwischen boomt die Wirtschaft nicht mehr. Werdohls Arbeitslosenquote liegt bei über 9 Prozent, fast ein Drittel der Ausländer ist arbeitslos.
Um eine Integration hat man sich hier wie anderswo nicht so richtig gekümmert.

Auch deshalb bleiben viele Türken als größte Ausländergruppe unter sich. Es gibt viele türkische Geschäfte, Cafes, Kneipen und drei Moscheen. Via Satellit kann man türkisches Fernsehen sehen und schaltet deshalb deutschsprachige Sender gar nicht erst ein.

Eine der Folgen: zwei Drittel aller ausländischen Kinder sprechen nur ungenügend Deutsch, an den Grund- und Hauptschulen machen sie einen Anteil von bis zu 60 Prozent aus.

Inzwischen sieht sich die Stadt an der Grenze der Aufnahmefähigkeit. Einstimmig hat daher der Stadtrat Zuzugsbeschränkungen für Ausländer gefordert. Er wird dabei sogar vom Ausländerbeirat der Stadt unterstützt.

Dirk Bitzer

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