1989
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Preisträger

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Quelle: LZpB NRW

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Staatspreis NRW

Gerhard Meyer-Schwickerath

Gerhard Meyer-Schwickerath
Staatspreisträger des Landes Nordrhein-Westfalen 1989.

Gerhard Meyer-Schwickrath (1920 - 1992) entdeckt 1946/47, dass eine fortschreitende Netzhautablösung an einer Narbe auf der Netzhaut zum Stillstand kommt. Das war der erste Schritt zur Entwicklung einer Therapie gegen Störungen am Augenhintergrund - die Licht-Koagulation.

1953 schreibt er darüber seine Habilitationsschrift. Er geht aber nicht an eine Universität, sondern wird 1959 Obermedizinalrat an den Städtischen Krankenanstalten. Deren Umwandlung zur Medizinischen Hochschule betreibt er u.a. zusammen mit Paul Mikat und Kurt Biedenkopf. Einer seiner berühmtesten Patienten war Leonard Bernstein.

1985 wird der oft geehrte Forscher, Augenarzt und Professor emeritiert.

Dass Meyer-Schwickerath Augenarzt wurde, ist besonderen Umständen zu verdanken. Nach seinem der Vorkriegszeit geschuldeten Notabitur im Jahr 1937 will er entgegen seiner Familientradition nicht Jura studieren. Er kann sich nicht vorstellen, im Nazi-Regime für Recht sorgen zu können. Stattdessen entscheidet er sich für die Medizin.

Durch einen glücklichen Zufall wird ihm das 1940 auch erlaubt. Während des Krieges dient er nebenher als Sanitäter - wegen einer Knieverletztung braucht er nicht an die Front.

Kurz nach Kriegsende promoviert er in Hamburg.
Margret Schunk über den genialen Wissenschaftlers "Gerd MS": "Gerd MS glaubte unbeirrt an die eigenen Ideen und verfolgte seine Ziele entsprechend hartnäckig.

Die Idee zur therapeutischen Photokoagulation, seiner bahnbrechenden Erfindung, entstand 1946/47. In einer schlaflosen Nacht kam ihm die Idee. Aus Angst, sie zu vergessen, notierte er zwei Wörter auf einen Zettel: "Licht" und "Koagulation".

Schon zu diesem Zeitpunkt zogen ihm eine Reihe von Indikationen durch den Sinn, wie zum Beispiel die Behandlung der Netzhautablösung, sowie die Zerstörung kleiner Tumoren im Augeninneren. Eine Vision war geboren."

Die vollständige Würdigung von Margret Schunk ist nachzulesen im Sammelband Gerd Ruge/ Jörg Schäfer (Hg.): Lebensbilder-Landesbilder. Geschichten aus und über Nordrhein-Westfalen, Verlag Aschendorff GmbH&Co. KG , Münster 2003 S. 52 - 62.

Wolfgang Hippe

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