1988
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Preisträger

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Quelle: LZpB NRW

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Themen

Staatspreis NRW

Rudolf Morsey

Staatspreisträger des Landes Nordrhein-Westfalen 1988.

Der Historiker Rudolf Morsey (geb. 1927) studiert bei Kurt von Raumer und Werner Conze an der Universität Münster, habilitiert in Bonn und gilt als einer der führenden Historiker der Geschichte des politischen Katholizismus, der Zentrumspartei und ihrer christdemokratischen Nachfolger.

Mitentscheidend für die Wahl dieser Themen war die Begegnung mit den "Zentrumsprälaten" Georg Schreiber, der die katholischen Kulturpolitik in der Weimarer Republik prägte und von den Nazis nach ihrer Machtergreifung verjagt wurde.

Ein zweiter Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist die NRW-Landesgeschichte - Morsey war u.a. über 15 Jahre Mitherausgeber der Zeitschrift "Geschichte im Westen".

Nach einem kurzen Zwischenspiel an der Universität Würzburg wird er 1970 Professor an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, wo er trotz vieler Angebote bis 1996 bleibt.

Das Thema seiner Abschiedsvorlesung "Brüning und Adenauer - Zwei Wege deutscher Politik im 20. Jahrhundert" ist nicht zufällig. Neben dem Adenauer-Biographen Hans-Peter Schwarz gilt er als bester Kenner des Kanzlers und seiner Zeit und betreut auch dessen Nachlass mit. Von 1968 - 1998 leitet er auch die "Kommission für die Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien" in Bonn.

Morsey erinnert sich an eine entscheidende Situation in seinem Leben: "Die äußeren Bedingungen der Pennälerzeit im Zeichen des herrschenden politischen Regimes waren, zumal im Zweiten Weltkrieg, wenig erfreulich. Das Flächenbombardement, das auch Münster seit 1943 in eine Trümmerwüste verwandelte, bekam ich als Luftwaffenhelfer auf dem Hochstand einer "2 cm-Flak '38" auf dem Flugplatz Loddenheide am Stadtrand mit. Vor dem Übergang in die nächste Etappe des Jahrgangsschicksals, in den Reichsarbeitsdienst, bescheinigte mir der NS-gläubige Batteriekommandeur: "Weigert sich, in die NSDAP einzutreten."."

Der vollständige Text ist nachzulesen im Sammelband Gerd Ruge/ Jörg Schäfer (Hg.): Lebensbilder-Landesbilder. Geschichten aus und über Nordrhein-Westfalen, Verlag Aschendorff GmbH&Co. KG , Münster 2003 S. 40 - 51.

Wolfgang Hippe

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