1988
< Jahr zurück  |  Jahr vor >
Preisträger

Preisträger
Quelle: LZpB NRW

Klicken für Großansicht


Themen

Staatspreis NRW

Carola Stern

Staatspreisträgerin des Landes Nordrhein-Westfalen 1988.

Carola Stern (1925 - 2006) spiegelt in ihrer Biographie wie kaum eine andere Persönlichkeit die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Sie ist als "Jungmädel" beim nationalsozialistischen "Bund deutscher Mädel" (BDM), wird Junglehrerin in der Sowjetischen Besatzungs-Zone und Eliteschülerin der Parteihochschule der SED, spioniert in der DDR für die USA und flieht 1951 in den Westen, als ihre Tarnung auffliegt.

An der Freien Universität Berlin studiert sie Politische Wissenschaften und Soziologie, arbeitet als Verlagslektorin in Köln und wird 1970 Redakteurin beim WDR.

Ab 1985 arbeitete sie als freie Publizistin und veröffentlicht eine Reihe erfolgreicher Biographien, unter anderem über Dorothea Schlegel, Rahel Varnhagen, Helene Weigel und Bert Brecht, Gustav Gründgens und Marianne Hoppe.

Sie gründet 1961 die bundesdeutschen Sektion von "amnesty international" mit, arbeitet im Deutschen PEN und wird Mitglied der SPD.

Ihre 2001 erschienene Autobiographie wird 2004 unter dem Titel "Carola Stern - Doppelleben" von Thomas Schadt für die ARD verfilmt.

Carola Stern in ihren Erinnerungen über ihren frühen Berufswunsch: "Oma, wenn ich groß bin", sagte ich zu meiner kranken Großmutter, "dann predige ich im Radio für dich! Und wenn ich nicht mehr predigen mag, erzähle ich dir Geschichten!" "Tu dat, vertell mi wat, min Kind!" antwortete Oma Schwandt. Während meiner Schulzeit war ich mächtig darauf aus, einmal ein leibhaftiges Wesen kennenzulernen, "das beim Rundfunk spricht". Doch auf unsere Insel schien sich keines zu verirren. Das lang ersehnte Ereignis trat erst später ein..."

Der vollständige Auszug aus Carola Sterns Autobiografie "Doppelleben" ist nachzulesen im Sammelband Gerd Ruge/ Jörg Schäfer (Hg.): Lebensbilder-Landesbilder. Geschichten aus und über Nordrhein-Westfalen, Verlag Aschendorff GmbH&Co. KG , Münster 2003 S. 33 - 38.

Wolfgang Hippe

Artikel merken