1978
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Klaus der Geiger

Klaus der Geiger
Quelle: wdr

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Kultur

Street Geiging Man

Der musikalische Streetfighter Klaus der Geiger lässt am 1. Dezember 1978 im Rahmen des Russel-Tribunals den Bogen flitzen.

Das 3. Internationale Russel-Tribunal tagt 1978/79 unter anderem in Köln. Der Protest richtet sich gegen die sogenannten Berufsverbote in der Bundesrepublik Deutschland.

Natürlich beteiligt sich Klaus der Geiger am kulturellen Rahmenprogramm, auch aus persönlichen Gründen. Schließlich hatte man ihm ein paar Jahre zuvor den Berufsabschluss verweigert, als er von der Musikhochschule flog. Drei Tage vor seiner Prüfung - weil er ein Pamphlet gegen stupide Lernformen verteilte.

Aus dem gebürtigen Klaus von Wrochem wird nun Klaus der Geiger, ein Bürgerschreck und Virtuose der Asphaltmusik. Laut tönende Angriffe gegen die Mächtigen im Lande machen den Wahl-Kölner zu Deutschlands bekanntestem Straßenmusiker. In kaum einer wichtigen Auseinandersetzung fehlt er, in kaum einer Fußgängerzone hat er nicht gespielt.

"Doch nicht mit Krieg und Hass und Rache" - so besingt er seine Gefühle anlässlich der Anschläge vom 11. September auf das World Trade Center - "denn Leben ist eine heilige Sache. Das zu erkennen, sind wir vielleicht hier. Und wenn wir kämpfen, dann nur dafür. Dann nur dafür."

Walter Muffler

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