1948
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Die Herren im Gründungsjahr 1911 

Die Herren im Gründungsjahr 1911 
Quelle: dpa

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Bildung

Grundlagenforschung auf höchstem Niveau

Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften wird gegründet.

Als die Wissenschaftssprache der Welt noch deutsch war, strukturierte der deutsche Kaiser Wilhelm II. die Grundlagenforschung neu - in den 1911 gegründeten Instituten der "Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften". Deren Leiter ist von 1930-1937 der Physik-Nobelpreisträger Max Planck.

Nach dem zweiten Weltkrieg sind viele Institute zerstört, die Gesellschaft hat sich mit ihre kriegswichtigen Forschungen im Dienste des Nationalsozialismus' kompromittiert. Dennoch wird ein Neuanfang gewagt.

Max Planck wird 1945 mit 86 Jahren kurzfristig nochmals Präsident der Gesellschaft, stirbt 1947. Als 1948 in der Bizone die Gesellschaft neu strukturiert wird, erhält sie seinen Namen und firmiert unter "Max-Planck-Gesellschaft" (MPG).

In den weltweit angesehenen Instituten der Max-Planck-Gesellschaft wird überwiegend Grundlagenforschung in den Bereichen Naturwissenschaften und Medizin betrieben.

Die MPG legt dabei größten Wert auf die Autonomie und Unabhängigkeit ihrer Forschung von Wirtschaft und Politik. Einziger Maßstab ist die wissenschaftliche Relevanz der Fragestellung und nicht ihre wirtschaftliche oder politische Bedeutung.

Die MPG zieht damit die Konsequenz aus der Vereinnahmung ihrer Vorgängerinstitution durch das Kaiserreich und das "Dritte Reich". Dennoch verschließt sich die MPG trotz ihrer konsequenten Orientierung an der Grundlagenforschung nicht den Diskussionen über die Anwendung ihrer Ergebnisse und den gesellschaftlichen Folgen.

In NRW gibt es neun bulletMax-Planck-Institute - davon acht für Naturwissenschaften und eins für Gesellschaftsforschung. Nicht alle gibt es seit 1948 - das Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn feiert zum Beispiel im Jahr 2002 erst seinen 20.sten Geburtstag.

Am 1. Januar 2002 zählt die Max-Planck-Gesellschaft in ganz Deutschland 80 Institute, Forschungsstellen, Laboratorien und Arbeitsgruppen, in denen rund 11.600 Mitarbeiter, davon etwa 3.200 Wissenschaftler, beschäftigt sind.

Manfred Mai

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