2001
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Pisa

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Quelle: dpa

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Bildung

Hilfe, wir verblöden!?

PISA-Studie bescheinigt deutschen Schülerinnen und Schülern mangelhafte Noten in mathematischer Kompetenz und Leseverständnis.

Im Dezember 2001 werden die Ergebnisse von PISA ("Programme für International Student Assessment") auf deutsch veröffentlicht. Das Ergebnis der großangelegten Untersuchung im Auftrag der OECD ist verheerend.

Doch so brandneu ist das nicht. Nach den Ergebnissen der TIMSS-Studie (Third International Mathematics and Science Study) hätte man vorgewarnt sein müssen. Darin schnitten deutsche Schülerinnen und Schüler bereits im unteren Mittelfeld ab.

Was wurde in "PISA" untersucht? Bei 15-jährigen in 32 Ländern wurden Basiskompetenzen in den Bereichen Leseverständnis, Mathematik und Naturwissenschaft geprüft, außerdem die Fähigkeit zum selbstständigem Lernen inklusive der Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten.

Das Ergebnis: Von den 32 teilnehmenden Ländern erreicht Deutschland im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften Platz 20, im Bereich Leseverständnis nur Platz 21.

Deutsche Jugendliche sind der Untersuchung zufolge auch nicht gerade leselustig. Während in Finnland 22 Prozent der Befragten angaben, dass sie nicht zum Vergnügen lesen würden, waren es in Deutschland 42 Prozent.

Auch das deutsche Lehrpersonal schnitt nicht gut ab: Nur zehn Prozent der Pädagogen nahmen die Lernschwierigkeiten von Schülern der niedrigsten Kompetenzstufe überhaupt wahr - eine Grundvoraussetzung für gezielte Fördermaßnahmen.

Wenig schmeichelhaft sind auch die Untersuchungsergebnisse im Bereich Computerwissen und "E-Literacy" - die digitale Alphabetisierung bleibt noch eine Zukunftsvision der Bildungspolitik.

Ulrike Filgers

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