2001
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Bodenskulptur von Christoph Wilmsen-Wiegmann

Bodenskulptur von Christoph Wilmsen-Wiegmann
Quelle: dpa

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Kultur

Stempel der Erinnerung

Sie werden zum Symbol für die bürokratische bulletVernichtung von Juden und politisch Andersdenkenden im Dritten Reich: Stempel ...

Ausstellung in Schloss Moyland: 47 überdimensionierte Stempel mit den Namen deutscher Konzentrations- und Vernichtungslager liegen in einem leeren Raum, nur einer hat seinen Abdruck auf dem blitzsauberen Boden hinterlassen: "Buchenwald", der Titel des Kunstwerkes von Christoph Wilmsen-Wegmann. Durch die eingängige Schlichtheit der Idee erreicht das Kunstwerk große Aufmerksamkeit.

Parallel erlebt die Bevölkerung der Bundesrepublik einen Paragraphen-Streit um das Dritte Reich: Den Kampf ehemaliger Zwangsarbeiter um Entschädigung von den heutigen Rechtsnachfolgern der Firmen, für die sie damals unentgeltlich arbeiten mussten. Jahrzehntelang war ihr Leiden vergessen.

Erst im Zuge einer neuen "Aufarbeitungswelle" des Dritten Reiches dringt in die Öffentlichkeit, dass auch Zwangsarbeiter bürokratisch "abgestempelt" waren: Als billiger Wirtschaftsfaktor, den die Nazis und die beteiligten Firmen skrupellos ausbeuteten.

Dirk Bitzer

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