1987
< Jahr zurück  |  Jahr vor >
Das Verwaltungsgebäude der "Neuen Heimat" (1982)

Das Verwaltungsgebäude der "Neuen Heimat" (1982)
Quelle: dpa

Klicken für Großansicht


Themen

Politik

Neue Heimat: Alte Wohnung

Massenhafter Wohnungsverkauf droht, als Mitte der achtziger Jahre der DGB-eigene Wohnungskonzern "Neue Heimat" vor der Pleite steht. Das Land NRW rettet Tausende vor der Obdachlosigkeit - mit einer Mark Anfangsinvestition.

In ganz Deutschland rotieren die Landesparlamente, um die Folgen des Zusammenbruchs des Gewerkschafts-Wohnungskonzerns sozial verträglich aufzufangen. Neben der Kostenbelastung aber auch ein politischer Image-Zugewinn.

Einige der übernommen Wohnungen sollen als subventionierte Sozialwohnungen billig vermietet werden. NRW kauft für eine DM von der nordrhein-westfälischen "Neuen Heimat" 37.000 Wohnungen, immerhin Wohnraum für 100.000 Menschen. Möglich macht diese Lösung ein Verzicht der Gläubigerbanken der "Neuen Heimat" auf 38 Millionen Mark offenstehender Forderungen.

Neuer Eigentümer sind nun zwei landeseigene Wohnungsbaugesellschaften. Damit setzt die Landesregierung ihre Reserven ein: Das Kapital der Wohnungsbaugesellschaften, bisher ein Aktivposten im Landeshaushalt, ist nun zu einem großen Teil nötig, um die Wohnungen zu betreiben. Finanzkraft contra sozialem Engagement: Am 21. Dezember 1987 stimmt der Landtag dem Kauf zu.

Dirk Bitzer

Artikel merken