Hintergrund
Heinz Kühn

Heinz Kühn
Quelle: Landespresse- und Informationsamt NRW

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Biografie Heinz Kühn

Heinz Kühn, SPD (*1912, †1992)

Der Pate der sozial-liberalen Koalitionen auf Bundesebene: "Im übrigen nehme ich Bezug auf die Politik meines bulletVorgängers ...", dieser Satz habe noch in der Regierungserklärung von Heinz Kühn gefehlt, meinen Kritiker, als er 1966 Ministerpräsident einer sozial-liberalen Koalition wird. Eigentlich will er gar nicht, zumindest nicht mit der FDP. Doch er muss, auf Druck aus Bonn.

Loyalität gegenüber seiner Partei lernt der Sohn eines Tischlers früh: Erste Führungspositionen in der Sozialistischen Arbeiterjugend, weitere folgen während seines Volks- und Staatswissenschafts-Studiums in der Sozialistischen Studentenschaft und dem Reichsbanner. 1933 die NS-Machtübernahme, das Aus: Kühn flieht nach Prag, dann nach Belgien, setzt seine politische Arbeit während der deutschen Beatzung illegal fort.

Nach dem Krieg zieht er 1948 in den Landtag ein, wird 1949 "Nachfolger" von Karl Marx: Er übernimmt zusätzlich die Chefredaktion der "Rheinischen Zeitung" die Marx einst innehatte.

Nebenbei setzt er seine Parteikarriere fort: Der Bundestagsabgeordneter Kühn gilt bei den Kumpeln als einer der Hauptverantwortlichen für die beginnende bulletKohlekrise.

Als Ministerpräsident erobert er ihr Vertrauen zurück. Kühn packt die Probleme an, über ideologische Grenzen hinweg: Das Entwicklungsprogramm Ruhr und das erste NRW-Programm flankieren den bulletStrukturwandel in NRW, ergänzt von einer Bildungs- und bulletGebietsreform.

Der Aufschwung gelingt, doch für Kühn ist 1978 Schluss: Die Regierung erleidet beim bulletVolksbegehren um die Koop-Schulen eine Niederlage, außerdem ist Kühn angeblich in die bulletPersonalaffäre um den Chef der Westdeutschen Landesbank verwickelt. Der Ministerpräsident tritt zurück.

Dirk Bitzer

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