1978
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Quelle: West-LB, Düsseldorf

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Politik

Die Regierung wackelt ...

... doch alles wird gut: Alle Beteiligten der bulletWest-LB-Affäre können mit ihrem Ausgang zufrieden sein.

Warum nur hat Ludwig Poullain, Vorsitzender der West-LB, seinen millionenschweren privaten Beratervertrag verschwiegen, den er neben seiner Banktätigkeit hatte?

Das mag Finanzminister Halstenberg sich oft gefragt haben. Und auch, warum er selber, der doch davon wußte, nichts gesagt hat!? Im Januar 1978, gut einen Monat nach Poullain, muss auch Halstenberg schließlich seinen Posten räumen.

Angeschlagen aufgrund der politischen Verantwortung für seinen Finanzminister, vor allem aber auch aus gesundheitlichen Gründen, nimmt schließlich sogar Ministerpräsident bulletKühn Ende des Jahres seinen Hut. Der Politik bleibt er dennoch als Ausländerbeauftragter und Europaparlamentarier weiter verbunden.

Politisch verantwortlich ist er - das heißt aber nicht, dass Kühns persönlicher Leumund, von allen Parteien hoch geschätzt, unter der West-LB-Affäre gelitten hat.

Auch deren Hauptfigur, Ludwig Poullain, kommt unbeschadet aus der Affäre: In einem Strafprozess spricht das zuständige Gericht ihn frei - was auch den Ruf von Ex-Finanzminister Halstenberg rettet.

Während Poullain unter anderem als Berater eines Elektronik-Konzerns und eines ausländischen Finanzunternehmens arbeitet, wird Halstenberg zum neuen Schatzmeister der SPD gewählt. Während die alten Bekannten nunmehr in der zweiten Reihe tätig sind, betritt eine neue Kraft die Bühne: Einen "Neuen Anfang für bewährte Politik" verspricht der neue Ministerpräsident bulletJohannes Rau beschwichtigend am 27. September. Ganz getreu seinem Motto: "Versöhnen statt spalten."

Dirk Bitzer

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