2008
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Politik

Gelebte Demokratie in Münster

Per Bürgerentscheid sprechen sich die Münsteraner gegen den Bau einer Konzerthalle aus.

Das Resultat ist eindeutig: Über 70 Prozent der Münsteraner Bürger stimmen am 27. April 2008 gegen die Musikhalle. Die Beteiligung am Bürgerentscheid ist mit rund 45 Prozent fast so hoch wie bei einer Kommunalwahl. Damit ist der von CDU, SPD und FDP getragene Ratsbeschluss vom Tisch, die Musikhalle wird nicht gebaut.

Im Mittelpunkt der emotional geführten Auseinandersetzungen um das Vorhaben steht das Finanzierungsmodell der Halle. Für den Bau sind offiziell rund 30 Millionen Euro vorgesehen. Davon will eine private Initiative rund 18 Millionen aufbringen, den Rest soll die Stadt bezahlen. Das Land NRW steuert gratis ein prominent gelegenes Grundstück bei.

Nach Ansicht der Befürworter ist eine kombinierte Konzert- und Kongresshalle für den Standort Münster ein "Muss".

Die Bürgerinitiative "Keine städtische Finanzierung einer Kultur- und Kongresshalle" verweist dagegen darauf, dass es für die Halle weder einen Standort noch einen Architektenentwurf gibt. Unklar ist zudem, wer für den späteren Hallenbetrieb aufkommen will.

Zudem unterlaufen der Stadt offensichtliche Planungsfehler. So "vergisst" sie bei der Kalkulation die Kosten für die zwingend vorgeschriebenen 500 Stellplätze. Ein weiteres Argument der Kritiker: Das strukturelle Haushaltsdefizit der Stadt von rund 70 Millionen führte in der Vergangenheit bereits zu Kürzungen im städtischen Kulturetat.

Wolfgang Hippe

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