1999
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Kultur

Erste Dombaumeisterin zu Köln

Die erste Dombauhütte gab es 1248, und auch als der Dom 1880 fertig war, brauchte man sie noch - bis heute. In ihrer Geschichte einmalig ist eine Dombaumeisterin: die gibt es seit dem 1. Januar 1999, sie heißt Barbara Schock-Werner.

Nicht nur "katholisch und schwindelfrei" müsse man für den Job sein, sondern auch "schnell und ungeduldig", um beim Wettlauf mit schmutziger Luft und bröckelndem Gestein mitzuhalten.

Die 52-jährige Fränkin bringt alle Qualitäten dafür mit. Sie macht eine Bauzeichnerlehre, hantiert mit Kelle und Mörtel und schafft es, ohne Abi Kunstgeschichte zu studieren.

Ihre Dissertation schreibt die zweifache Mutter über das Straßburger Münster mit anschließender intensiver Lehr- und Forschungsarbeit zur gotischen Architektur.

Als ein neues Fenster für die Kölner Kathedrale gebraucht wird, schlägt sie dem Domkapitel Gerhard Richter vor. Seine ungewöhnliche Lösung und die Reaktion des Kardinals sorgen für mächtig Wirbel. Auch in die Politik mischt sie sich ein, als der Titel "Weltkulturerbe" für den Kölner Dom in Frage steht.

Barbara Schock-Werner ist als Leiterin der Dombauverwaltung auch für das Dombauarchiv und für die Domgrabungen verantwortlich. Bei den Kölnern ist sie außerdem noch für etwas ganz anderes berühmt: für ihren ausgefallenen, selbstgemachten Karnevals-Kopfschmuck.

Sabine Stadtmueller

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