2008
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Kultur

Vom Ho-Chi-Mini-Röckchen zu den Apo-Opas

"Die 68er feiern 40-Jähriges. Solche Angeber, 40!", regt sich der Bonner Kabarettist Rainer Pause, selbst Alt-68er, künstlich auf und poltert weiter: "Weißte, das klingt noch so jugendlich. Dabei sind sie ja mittlerweile alles alte Säcke, Apo-Opas muss man sagen. So hießen sie ja schon vor Jahren, die 68er, heute sind sie's wirklich!"

Im 68er-Jubiläumsjahr 2008 feiert Rainer Pause zusammen mit dem Kölner Martin Stankowski am 7. August Premiere mit dem Programm "Erfolgreich scheitern - Die 68er-Revolution im Rheinland".

Aber nicht alles ist gescheitert, auch Erfolge wie die der nordrhein-westfälischen Kabarettstars bulletRichard Rogler und bulletHeinrich Pachl haben ihre Wurzeln in den Zeiten von Spaßguerilla und Polit-Happening.

Und die Kabarettgrößen von damals? Ein "Liberales Stoßgebet an die junge Linke" schickte das Düsseldorfer bulletKom(m)ödchen, und frei nach Vietnams Revolutionsführer Ho-Chi-Minh nannte es die skandalös verknappten Damenröcke niedlich "Ho-Chi-Mini-Röckchen".

Und wenn, wie wir es erlebt haben, 40 Jahre danach "68" noch immer für Kontroversen sorgt, so gilt dies umso mehr für die Zeitgenossen. Ruhrpott-Original bulletAdolf Tegtmeier alias Jürgen von Manger spiegelt die Gegenposition: "Diese menschliche Gesellschaft, die wird auf einmal von einer ganz schlimmen Gefahr bedroht: Gammler."

Walter Muffler

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