2008
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Sport

Schwarz, Rot, Goldmedaille

Aus dem Schaukasten der Sporthalle des SSF Bonn leuchten eines Tages die Worte: "Wir gratulieren!" Darüber stolz in fettem Computer-Ausdruck und in schwarzer Farbe "Lena", in Rot "Schöne" und in Gelb "born". Vereinsmitglied Lena Schöneborn hatte gerade für die deutschen Farben olympisches Gold gewonnen!

Bei uns herrscht noch tiefe Nacht, da beginnt am 22. August 2008 in Peking der lange Tag der Modernen Fünfkämpferinnen. Die gebürtige Troisdorferin erwischt keinen guten Start, im Schießen belegt sie weit abgeschlagen Platz 21. Aber die zweite Disziplin, das Fechten, gewinnt sie derart souverän, dass sie sich an die Spitze der Gesamtwertung setzt.

Als Lena Schöneborn im Schwimmen die Führung behauptet, erwacht in der deutschen Heimat das Interesse an der anspruchsvollen Vielseitigkeitsprüfung, die nur selten im Rampenlicht steht. Die Mehrkämpferin galt zwar nicht als totale Außenseiterin, ihren Kurs auf Gold hatte aber niemand auf der Rechnung.

Umso schöner die Überraschung, Lohn gezielter Arbeit am Rhein: Hier wird der auch Pentathlon genannte Wettkampf besonders gefördert in den Leistungszentren Neuss, Leverkusen, Spellen und am Bundesstützpunkt Bonn.

Nach dem Reiten und dem abschließenden Geländelauf steht dann fest: Bei den 29. Olympischen Spielen ist Lena Schöneborn eine von elf Goldmedaillengewinnern aus NRW, wie auch Britta Heidemann (Köln, Degenfechten), Benjamin Kleibrink (Bonn, Florett), Ole Bischof (Köln, Judo), Jan Frodeno (Köln, Triathlon), Christoph Zeller (Köln, Hockey), Ingrid Klimke (Münster) und Frank Ostholt (Warendorf) im Mannschafts-Vielseitigkeitsreiten, sowie Isabell Werth (Rheinberg), Nadine Capellmann (Würselen) und Heike Kemmer (Verden) in der Dressur-Mannschaft. "Wir gratulieren!"

Walter Muffler

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