2008
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Das Dujardin-Gebäude in Krefeld Uerdingen (historische Aufnahme)

Das Dujardin-Gebäude in Krefeld Uerdingen (historische Aufnahme)
Quelle: Dujardin Krefeld

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Kultur

Unterm Symbol des Doppelschlüssels

Das Dujardin-Gelände am Rheinufer in Krefeld-Uerdingen ist am 29. November 2008 erstmals für Besucher geöffnet. Der in den 1920-er Jahren gebaute Backstein-Komplex der größten Branntweinbrennerei Deutschlands wird als Industrie-Denkmal eingetragen.

Matthias Melcher, ein Ururenkel des Firmengründers Wilhelm Heinrich Melcher, will Altes mit Neuem verbinden. Etwas über die Geschichte seiner Familie - die ein Historiker gerade aufarbeitet - und die Technik der Weinbrand-Gewinnung sollen künftige Besucher auf dem Werksgelände erfahren.

Seit 1810 hat "Dujardin und Compagnie" seinen Sitz hier am Rhein. Auf dem wurde Wein aus der Charente, Rohstoff der Weinbrandherstellung, herantransportiert. 1954 übernimmt das eigens für diesen Zweck gebaute Tankschiff "Imperial" diese Aufgabe.

Bei Luftangriffen 1943/44 werden die meisten Werksgebäude schwer beschädigt, jedoch sämtlich renoviert und fast unverändert wiedererrichtet. Auf 450 bis 500 Beschäftigte vergrößert sich die Belegschaft nach dem Zweiten Weltkrieg.

Nun sollen die eindrucksvollsten Bauten sorgfälltig restauriert und umgenutzt werden. Geplant ist Gastronomie in der alten Küferei, im dritten Obergeschoss entstehen Büroräume auf 1.800 Quadratmetern, und 14 Künstlerateliers im einstigen Verwaltungstrakt sind bereits bezogen.

In der Destille erfährt der Besucher, wie der berühmte Wacholder-Branntwein, der "Uerdinger", gebrannt wird. Beeindruckend auch die Kupferkessel und riesigen Fässer der beiden Brennereien. Von weitem schon grüßt das Firmen-Signet "Dujardin Imperial" - samt Doppelschlüssel.

Irmgard Bernrieder

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