2008
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Nokia

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Quelle: dpa

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Wirtschaft

Nokia - was unterm Strich bleibt

Es gibt auch Unternehmen, die an die zurückbleibenden Angestellten denken, wenn sie ins Ausland umziehen.

Der 15. Januar 2008 ist perfekt geplant, bis ins Detail: Für Notfälle stehen zwei Krankenwagen vor der Halle des Nokia-Werkes Bochum, in der der finnische Konzern 2.300 Beschäftigten und 1.000 Leiharbeitern verkündet, dass Nokia das Werk schließen wird.

Gerechnet hat damit keiner, im Gegenteil: Noch vor wenigen Monaten hieß es, Nokia werde kein Werk in Europa schließen.

Gerechnet hat aber offenbar Nokia, und das genau: Seit das Unternehmen vor knapp 20 Jahren begann, in Bochum Handys zu produzieren, hat es über 40 Millionen Euro Subventionen vom Land NRW bekommen. Um Arbeitsplätze zu schaffen - doch die sind jetzt zu teuer, wie Nokia mitteilt.

Billiger sind sie in Rumänien, wo Nokia ein völlig neues Werk baut. "Subventionsheuschrecken" heißt es daraufhin auch in der Politik: Gemeint sind Unternehmen, die Fördergelder annehmen und anschließend zu einem anderen lukrativen Standort weiterziehen.

Nokia kommt aber nicht ganz so billig davon: Mehrere Hundert Millionen kostet das Unternehmen ein Sozialplan für die entlassenen Arbeiter. Und: Nokia-Handys verkaufen sich in Deutschland nun schlechter, unterm Strich bricht der Gewinn ein. Die Arbeitsplätze sind dennoch weg.

Dirk Bitzer

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